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#hauptsacheitalien - Wie ich mit der Fähre fuhr und alles viel besser war, als ich dachte. Oder: Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonnendeck!

Achtung, heute wirke ich leicht hysterisch. Da am Ende aber alles gut ausging und ein paar hübsche Fotos dabei herauskamen, erzähle ich es einfach mal trotzdem. 

Ich werde leicht seekrank. Ich hasse Boote und Schiffe. Im Europapark wird mir in der Märchenbötchenbahn schlecht. Meine Schwester + Familie besitzen seit Jahren ein Boot, das ich noch nie im (oder sagt man zu?) Wasser gesehen habe. Im Karlsruher Zoo fahre ich nur unter Protest Gondolatta. (Zum Beispiel wenn mein Neffe, der als jüngstes Familienmitglied bei uns gelegentlich die Arschkarte (pardon!) gezogen hat,  quengelt, weil er all die Sachen, die wir anderen schon gefühlte 100 Mal gemacht haben, nie machen kann, weil ja keiner mitmachen will. Zum Beispiel eben Gondoletta fahren. Oder in den Zirkus gehen. Aber das ist eine andere Geschichte.)  Kurz: Ich hasse Boote, Schiffe und eigentlich alles, was so auf dem Wasser rumschippert. (Wie es dazu kommt, dass ich das Traumschiff trotzdem so großartig finde, weiß ich auch nicht.) 

Hysterikerregel 1: Gucken, wo die Rettungsringe sind und direkt dahinter eine Bank belagern!
Nichtsdestotrotz wollte ich im Rahmen unserer #hauptsacheitalien Reise mit der Fähre von Tallinn nach Helsinki fahren. Wie ich darauf kam, weiß ich auch nicht mehr, es muss irgendwas mit über seine Grenzen gehen oder so gewesen sein. Wir buchten vorab schon die Tickets für die Fähre (Das war sehr praktisch und unkompliziert und wird empfohlen, wenn man termingebunden ist, da einzelne Schiffe sehr voll sein können.), flogen nach Tallinn, verbrachten dort einige Tage und dann ging es los - Richtung Helsinki.) Ich war gut vorbereitet, hatte lustige Druckarmbänder gekauft und zusätzlich uberhusband in der Apotheke Medikamente gegen Reiseübelkeit besorgen lassen. Richtige Medikamente. Nichts homöopathisch-pflanzlich-ganzheitliches. Ich wollte Drogen und im Fall der Fälle vollkommen zugedröhnt auf diesem Schiff des Todes rumhängen.

Als wir in Tallinn an Bord gingen, war das Wetter so lala: Ziemlich bewölkt, es sah aus, als würde es jederzeit regnen und war ein bisschen windig. Ich war besorgt, dass die schlimmste Fährüberfahrt in der Geschichte der Menschheit bevorstand und schluckte frühzeitig meine Reisetabletten. Immerhin wirkte das Schiff, das ich natürlich vollkommen fachmännisch beurteilte, solide und war um einiges größer, als ich befürchtet hatte. Ich belagerte eine Bank auf dem Sonnendeck und versuchte, zuversichtlich zu sein.

Und dann wurde alles viel besser, als ich jemals gedacht hätte: Das Wetter wurde super, das Meer war spiegelglatt und ruhig, die Sonne schien und es war warm. Mir war nicht schlecht, es schaukelte nicht, ich musste mich nicht übergeben, nicht hysterisch in eine Spucktüte atmen. Nichts. Wir verbrachten die gesamte Überfahrt, bis auf einen kurzen Ausflug zum Schiffssupermarkt, der neben Alkohol für die booze cruisenden Finnen, dann doch noch etwas zu Knabbern bot, auf dem Sonnendeck, ich war ganz begeistert von allem, fiel natürlich den anderen Mitreisenden auf verrückte Frau, die alles fotografiert auf, und war fast ein bisschen traurig, als wir nach 2 1/2 Stunden schon ankamen.

Der Fähre zur Begrüßung winken!
Hysterikerregel 2: Versichern, dass der Rettungsring noch da ist!
Tallinn zum Abschied winken!
Anderer Fähre winken! Hysterikerregel 3: Trotz zunehmender Entspannung in der Nähe des Rettungsrings aufhalten!
Alles auf dem Sonnendeck fotografieren!
Tiefenentspannte Tiere auf dem Sonnendeck fotografieren!
Inselchen vor Helsinki fotografieren!
Möwe fotografieren! 
Möwe fotografieren!
Möwe und Inselchen fotografieren!
Inselchen fotografieren und mal winken, falls jemand da ist!
Große Schiffe vor Helsinki fotografieren. Nicht im Bild: Der Rettungsring.
Trotz allem bin ich übrigens kein Bootsfreund und werde versuchen, Boote und Schiffe weiterhin zu meiden. Das war eine Bilderbuchüberfahrt bei Bilderbuchwetter auf der Bilderbuchostsee. Ich hatte Reisetabletten intus und meine lustigen Druckarmbänder an. Das nächste Mal könnte alles sehr viel schlimmer sein.
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