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Hallo, mein Name ist Miri und ich bin ein Traumschiff-Enthusiast.

In meiner Instagram- bzw. Twitter-Bio steht neben irgendwas über Kaffee und Bloggen seit einiger Zeit Traumschiff enthusiast. Vielen ist das bestimmt gar nicht aufgefallen, aber einigen dann doch und die Reaktionen waren gemischt: Gelächter und virtuelle High Fives auf der einen Seite, große Fragezeichen und Unverständnis auf der anderen. Was zur Hölle will diese Miri denn damit schon wieder sagen? Nunja, um es kurz zu machen: Ich liebe das Traumschiff. Die Fernsehserie auf ZDF. Ja, genau die, die deine Oma immer an Neujahr guckt. Ich liebe also das Traumschiff und heute erzähle ich einfach mal, was daran so toll ist.


Das Traumschiff ist also ein Klassiker der deutschen Fernsehlandschaft. 
Nun, was ist denn so toll am Traumschiff, ist das nicht eine doofe, klischeebehaftete Serie für blasenschwache ZDF-Rentner? Nein, ist es nicht, auch wenn ich eine gewisse Klischeehaftigkeit nicht verneinen kann. Diese ist jedoch keine Schwäche, sondern die größte Stärke des Traumschiffs und ich erläutere gerne warum. 
Da ich nicht davon ausgehen kann, dass jeder meiner Leser der wundersamen Faszination des Traumschiffs ergeben ist, erkläre ich heute einmal ganz ausführlich:

Jede Folge des Traumschiffs läuft im Großen und Ganzen nach dem gleichen Schema ab: Die Gäste gehen an Bord des Kreuzfahrtschiffs MS Deutschland und werden von Chefhostess Beatrice begrüßt. Während dieser Szenen lernen wir kurz ihre Familienverhältnisse, Grundeinstellungen, kleine und große Macken, Probleme und Schicksale kennen, die fast durchweg für die weitere Handlung relevant sein werden. Der geübte Traumschiff-Zuschauer (also ich!) durchschaut an dieser Stelle bereits ein Großteil der folgenden Handlung, was das Vergnügen aber nicht mindert. Bei uns heißt dieser Einstieg in die Handlung die Mutmaßungsphase, weil uberhusband und ich darüber mutmaßen, was denn alles passieren wird. Ja, in der Tat, mein Mann schaut auch gerne Traumschiff! Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, man kann doch keinen Traumschiffhasser heiraten!
Mit unseren Ideen im Kopf verfolgen wir im weiteren Verlauf der Traumschifffolge ca. drei Handlungsstränge, die oft dramatisch oder komisch sind und nicht selten auch eine (verworrene) Liebesgeschichte umfassen. Während der Entwicklung der Handlung können wir unsere Mutmaßungen ggf. anpassen und überdenken. Mein Mann neigt beispielsweise dazu, ein wenig zu überdramatisieren. Ich sage dann: Nein, Schatz, Du übertreibst. Das ZDF ist doch nicht RTL2 und das Traumschiff nicht Berlin Tag und Nacht. Ihr merkt schon, dass das Traumschiff sich für ähnliche Twitter-Exzesse wie der Tatort eignen würde, jedoch hat die Twitter-Community dies leider trotz meiner Bemühungen nicht erkannt. Alternativ bieten sich jedoch kleinere WhatsApp-Diskussionsgruppen!
Zurück zu unserer Traumschifffolge: Die Handlungen umfassen Geschichten von Passagieren und Crew-Mitgliedern und sind zumeist unabhängig voneinander. Natürlich spielt sich die Handlung nicht nur an Bord ab, sondern wir bereisen mit den Passagieren des Traumschiffs ein mehr oder weniger exotisches Urlaubsziel, das in einer kurzen Phase zur Landeskunde vorgestellt wird. Meistens beinhaltet diese ein paar hübsche Landschaftsaufnahmen, die in Schnitttechnik, Belichtung und Stil nicht unbedingt zum Rest der Sendung passen, und eine kurze Erklärung zum Land durch einen der gut informierten Passagiere oder ein Crew-Mitglied. Hier wird ganz deutlich, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen einen Bildungsauftrag verfolgt! Wer also etwas lernen will, schaut Traumschiff!
An Land werden die Handlungsstränge fortgeführt und erreichen hier oft ihren dramatischen Höhepunkt: Ein Kind verschwindet, jemand wird ausgeraubt, trifft seine lang verschollen geglaubten Eltern wieder, wird von Kriminellen verfolgt, geht in der Wildnis verschütt und so weiter. You get the idea. Aber keine Angst: Alles wird gut. (In geschätzten 98% der Fälle.) Mit vereinten Kräften schaffen unsere Passagiere, die Crew und die stets der deutschen Sprache mächtigen Einheimischen das böse Ende abzuwenden und alle gehen zumeist gesund und glücklich wieder an Bord, wo auch die restlichen Handlungsstränge aufgelöst werden. Ich gebe zu: Dieses Alles wird gut-Ding ist nicht besonders innovativ und spektakulär und meistens wird auch so schnell alles wieder gut, dass man sich nicht besonders in die dramatischen Szenen einfühlen kann. Da man als geschulter Zuschauer ja auch weiß, dass beim Traumschiff alles gut wird, ist die ganze Sache also nicht besonders nervenaufreibend. Aber wisst Ihr was? Ich brauch sonntagabends auch nichts nervenaufreibendes; Friede-Freude-Eierkuchen ist da genau mein Ding!
Nun da alles wieder gut ist und die Handlungsstränge aufgelöst sind, ist Zeit für das abschließende Kapitänsdinner, bei dem alle Gäste nochmal zusammen kommen und der Kapitän die einzelnen Geschichten kurz Revue passieren lässt. Dieser Abschluss (fast) jeder Traumschifffolge wird durch das Hereintragen der Eisbombentorten mit Feuerwerk geadelt und natürlich ist es Pflicht, dass auf dem Sofa im Takt von James Lasts Dinnermarsch mitgeklatscht wird.

Ihr seht, ich liebe das Traumschiff. Alles, was man daran blöd finden könnte, finde ich großartig. Blöd finde ich lediglich, dass es nur am 2. Weihnachtsfeiertag und an Neujahr eine neue Folge gibt.  Und eine Kreuzfahrt machen, möchte ich trotz allem nicht. Mir wird nämlich schon beim Gondoletta-Fahren im Karlsruher Zoo sterbensschlecht.

Und jetzt will ich natürlich wissen, was Eure liebsten Fernsehserien, von denen man nicht gedacht hätte, dass Ihr sie mögt, sind. Also: Packt die TV-Leichen aus, hier gibt's keine Peinlichkeit!
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